Indien - Bombay und Poona

Im Jahr 1981 bekam das Essener Ingenieurunternehmen Didier Engineering von einem Textilhersteller in Bombay den Auftrag ├╝ber den Bau einer Synthetikfaser- fabrik. Es handelte sich um eine Fabrik zur Herstellung von Polyestergarn, das ├╝ber einen Schmelzproze├č von Polyesterchips, Extruder und Spinnbalken erfolgte.

Auf dieser Baustelle habe ich die Montage der Elektroanlagen ├╝berwacht und Teilinbetriebnahmen durchgef├╝hrt.Die Geb├Ąude wurden, gemessen an unseren Baustandards in Europa, mit ├Ąu├čerst einfachen Mitteln und durchweg ohne Maschinen errichtet. Auch Unfallverh├╝tungsvorschriften waren ein Fremdwort. Der Ein- satz von Baumaschinen war damals aufgrund gesetzlicher Vorgaben in Indien nur in Ausnahmef├Ąllen m├Âglich. Grund war die ├ťberbev├Âlkerung Indiens und das riesige Angebot an Arbeitskr├Ąften. Alles, was manuell geschaffen werden konnte, mu├čte auch manuell erledigt werden. Ganze Familien waren auf der Baustelle t├Ątig. Auch Kinder wurden mit eingespannt. Der gr├Â├čte Teil der Arbeiter wohnte auch in H├╝tten direkt an der Baustelle. Die Fotos oben geben einen Eindruck wieder, wie es auf der Baustelle aussah. Unter diesen Bedingungen war es f├╝r uns Europ├Ąer nicht einfach, die Arbeiten durchzuf├╝hren. Untergebracht waren wir in einem sehr guten Hotel, 30 km von der Baustelle entfernt. Die Fahrten zur Baustelle und zur├╝ck gingen ├╝ber einen Pa├č (Bild oben mitte). Aufgrund des technischen Zustandes der meisten Kraftfahrzeuge und der unzureichenden Absicherungen im Pa├čbereich waren Unf├Ąlle an der Tagesordnung. Das Hotel lag in etwa 900 m H├Âhe in einem Gebirgszug. Im Gegensatz zu den durch Metallh├╝tten und Chemieanlagen verschmutzte Luft in dem Industriegebiet war dort die Luft sauber und klar. Am Wochende wurde dieses Hotel ├╝berwiegend von wohlhabenden Gesch├Ąftsleuten aus Bombay bewohnt.

Uferpromenade in Bombay

Stadtzentrum von Poona